Vom Galgen zum Lessing

Im Haus an der Lessingstraße 9 beginnt gerade die umfassende Sanierung, damit sich eine Familie anschließend dort wohlfühlen kann. Der Briefkasten und ein Arbeitszimmer können jedoch schon im Januar 2015 genutzt werden. So erhält die bluepages gmbh einen Imagezuwachs: „Besser an der Kasseler Kreuzung der Maler und Denker als am Felsberger Weg der Henker.“ Nach der notariellen Beurkundung wird die Anschrift des Unternehmens lauten: bluepages gmbH, Lessingstr. 9, Kassel – bis dahin steht noch der Galgenbergweg 8, Felsberg im Impressum. Hinweise zu den Namensgebern der Staßen:

Vorbereitungen für die Haussanierung

BesprechungstischApsenhausAm 28. November 2014 wurden die zu sanierenden Räume von der Kasseler Firma „möbel mobil“ frei geräumt. Nicht mehr benötigtes Inventar wurde entsorgt. Wertvolle Möbel wurden ins Zwischenlager geschafft. Nach dieser ersten Investition in Höhe von 800 Euro können jetzt im Erdgeschoss und im Obergeschoss die Gewerke für die Handwerker geplant werden. Einzig der große Esstisch mit 5 Stühlen ist im Wohnzimmer verblieben. Dort werden die Besprechungen mit den Fachleuten für den Umbau stattfinden.
Das Apsenhaus wird zukünftig nicht nur als Wohnhaus genutzt. Ab 1. Januar 2015 wird die bluepages gmbh, ein Verlag, der ausschließlich Produkte für das Internet verlegt dort seinen Sitz nehmen. Die bluepages gmbh hat seit März 2006 ihren Sitz am Galgenbergweg in Felsberg. Ein Geschäftsfreund aus dem Schwarzwald kommentierte den Umzug so: Lessingstraße in Kassel passt besser zu einem Online-Verlag als der Weg zum Galgen. Dort könnte man gegebenenfalls ein Inkassobüro ansiedeln.
Felsberg hat Vorteile: Man kann überall kostenlos parken und vor dem Haus ist immer was frei. Aber Kassel ist zentraler für Kunden und Gesellschafter. Bisher gab es nur eine Gesellschafterin. Im Laufe des Jahres 2015 werden erfahrene Senioren und junge Leute ein paar Jahre nach der Uni als gleichberechtigte Gesellschafter und Fachautoren das Unternehmen mit unkonventionellen Ideen bekannt machen.
Eine Entscheidung des aus Ingenieuren, einem Architekten, einer Pädagogin und einem Physiker bestehenden Teams war es, mit dem Apsenhaus ein Fallbeispiel für die kreative Sanierung älterer Immobilien zu beginnen. Das gemeinsame Brainstorming findet am abgebildeten Tisch statt. Bis auf diesem Tisch in einigen Monaten wieder Mahlzeiten serviert werden, gehen die Teammitglieder zwischenzeitlich öfter zum nahe gelegenen El Ernie, ins Eberts oder ins Pinocchio. Da feierten die Apsen-Schwestern ihre Geburtstage und diese Tradition wollen die neuen Nutzer des Apsenhauses fortsetzen.

 

 

Die Familienchronik für die Zeit ab 1725

Der Urgroßonkel von Helga Apsen lebte wie viele andere wohlhabende Russlanddeutsche im Alter in Berlin. Dort schrieb er die Erinnerungen seines Vaters ab, um sie an die Verwandtschaft weiter zu geben. Im Apsenhaus fanden sich unter anderem zwei Bücher, die von Theophil von Hagen signiert sind.
Es handelt sich um Erinnerungen, die Johann August von Hagen im Jahr 1866 von Hand aufgezeichnet hat und um eine Familienchronik, die er wohl selbst um 1912 vervollständigt hat, weil sie bis zur Generation von Helgas Vater Paul reicht, der 1893 in Moskau geboren wurde.
Der älteste Eintrag wurde im Kirchenbuch in Mistelbach bei Bayreuth recherchiert. Der 1725 geborene Georg Hagen ist damit die erste nachgewiesene Person von Helgas direkten Vorfahren.
Hagen1725

Erwähnung der Vorfahren auf der Basis der Kirchenbucheinträge aus Mistelbach bei Bayreuth